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  • AutorenbildDaniel Fügner

Psychologie des Atmens: Atem belebt, Atem entspannt, Atem erkennt

Wenn wir diese Welt betreten atmen wir als erstes ein. Wenn wir diese Welt verlassen atmen wir als letztes aus. Zwischen diesem ersten Einatmen und jenes letzte Ausatmen spielt sich unser gesamtes Leben ab. Der Atem ist ein Geschenk, denn wir brauchen nichts dafür zu tun. Er geschieht unwillkürlich, egal ob wir gerade beschäftigt sind, essen oder schlafen: Wir werden beatmet - Zeit unseres Lebens.


Der Atem verbindet unsere äußere (bewusste) Welt mit unserer inneren (unterbewussten) Welt in beide Richtungen. Ursache und Wirkung sind dank dieser Beziehung austauschbar.



Durch die Beobachtung unseres Atems erfahren wir, wie es uns geht


Auch wenn der Atem unwillkürlich passiert, sollten wir uns regelmäßig die Zeit gönnen und ihn (passiv) beobachten: "Wie ist mein Atem gerade?" Durch seine Beobachtung erfahren wir viel, wie es jetzt gerade in uns aussieht:

  • Atmen wir beispielsweise ruhig und tief, geht es uns gut.

  • Atmen wir beispielsweise hastig, strengt uns die aktuelle Tätigkeit eventuell mehr an als gedacht.

  • Atmen wir beispielsweise flach, sind wir vermutlich gestresst oder verkrampft.

  • ...


Wir das Ganze aber auch umkehren, indem wir uns durch gezieltes Atmen, in den von uns gewünschten Zustand begeben können. Die ursprüngliche Wirkung (unser Atem) wird so zur Ursache. Und die Ursache (unser Zustand) wird so beeinflusst.


©iStockphoto.com/magicmine


Durch die Beeinflussung unseres Atems können wir unseren Zustand verbessern


Grundsätzlich gilt: "Der Einatem erfrischt und belebt - der Ausatem reinigt und entspannt." Diesen Gedanken können wir uns in verschiedenen Situationen zu Nutze machen:


Falls wir beispielsweise müde oder von einem langen Tag ausgepowert sind, sollten wir uns auf unseren Einatem konzentrieren: Tiefe Atemzüge durch die Nase bis tief in unseren Bauchraum geben uns wieder die nötigte Energie. Bei jedem Atemzug wölbt sich unser Bauch nach außen: Wir atmen mit dem Zwerchfell. So wird ausreichend Sauerstoff für all unsere Zellen zur Verfügung gestellt. Genügend Sauerstoff bedeutet eine gute Verbrennung in unseren Zellen und dies wiederum bedeutet Energie, wovon unser gesamter Körper und natürlich auch unser Denkapparat enorm profitiert.


Falls wir beispielsweise aufgebracht oder gestresst sind, sollten wir uns auf unseren Ausatem konzentrieren: Langsam die Luft aus unserem Bauchraum durch die Nase ausatmen (auch hier ist unser Zwerchfell der treibende Akteur). Dabei sollte unser Ausatem stets länger als der Einatem sein. Wir aktivieren so unseren Parasympathikus, der für Entspannung und Stressabbau sorgt. Da wir auch durch unsere Atemluft Giftstoffe abgeben, wird dieser Effekt durch unseren Fokus auf den Ausatem verstärkt.



Einige Übungshinweise


Generell gilt: Atmen sollte nie ein Wettbewerb sein, sondern uns guttun. Wenn uns die Übung nicht guttut, dann sollten wir etwas ändern oder pausieren. Auch ist nicht jeder Tag wie der andere. Was uns gestern leicht gelang, kann heute schwer sein. Dann akzeptieren wir dies und sind gespannt auf morgen. Wie bei allen gilt aber, dass mit regelmäßiger Übung sich die positiven Effekte prinzipiell schneller und intensiver einstellen können.


Für Anfänger bietet es sich an, die Hände auf den Bauch abzulegen. Dies lenkt die Konzentration mehr in den Bauchbereich und erleichtert das Ausführen der tiefen Bauchatmung. Außerdem sollten wir es zu Beginn erst einmal sachte ausprobieren und mit der Zeit steigern. Bei Vorerkrankungen des Atmungssystems ist eine Rücksprache mit dem Arzt/Yogalehrer zu empfehlen.


Wenn die Möglichkeit besteht, sollten wir die frische Luft den Innenräumen vorziehen und ein Wald/Park der typischen Stadtlandschaft. Sollte uns dies nicht möglich sein, sollten wir darin keine Ausrede suchen, jetzt keine Atemübungen zu machen. Denn Atmen ist stets besser als nicht atmen.


Jeder Mensch ist anders. Du bist für dich selbst verantwortlich. Du weißt selber, was für dich das Beste ist. Ich übernehme keine Haftung.

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