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  • AutorenbildDaniel Fügner

Die Macht des Unterbewussten

Aktualisiert: 19. Feb. 2022

Obwohl für uns alle auf der Welt die gleichen physikalischen Gesetze gelten, ist die vom Menschen wahrgenommene Realität nicht objektiv, sondern eine konstruierte (subjektive). Zum einen liegt das daran, dass unsere menschlichen Sinne in ihrem Wahrnehmungsvermögen begrenzt sind. Dies können wir uns bereits durch einige einfache Beispiele vergegenwärtigen: Wir Menschen können kein UV-Licht sehen, kein Ultraschall hören, nicht alle Gifte schmecken, nicht alle (gefährlichen) Gase riechen und einen Zeckenbiss nicht spüren (fühlen). Dennoch ist der Informationsgehalt des übrigbleibenden Anteils so groß, dass es unsere menschliche bewusste Verarbeitungskapazität von rund 100 Bit pro Sekunde bei weiten überfordern würde. Die Welt ist für uns nur aufgrund der Vorfilterleistung des menschlichen Unterbewusstseins ertragbar. Die meisten Filter entstehen durch Aneignung der Umgebung, in die der wir Menschen aufwachsen (Familie, Freundeskreis, Kulturkreis, u.s.w.). Dies erlaubt uns Menschen eine flexible Anpassung an die Umgebung, in die wir uns zurechtfinden müssen. Sei es im Mittelalter oder in der Moderne, sei es in Frankfurt am Main oder in einem abgelegenen peruanischen Dorf. Diese Filter entstehen größtenteils unterbewusst und haben nicht zwangsläufig als Ziel wertvolle Eigenschaften, sondern sollen das Zurechtfinden (Überleben) in der Umgebung sicherstellen, in die wir hineingeworfen wurden.


So sehen in von Männern dominierten Kulturen es die heranwachsenden männlichen Jugendlichen als ganz natürlich an, dass sie dominieren. Aber auch für die Frauen gilt: Wer sein Leben lang als Mensch zweiter Klasse behandelt wird, der wird später weniger diese Ungleichheit bekämpfen, als dass sie dieses Menschenbild (als normal verinnerlicht) an die eigenen Kinder weitergibt. Aber auch unserer scheinbar moralisch so hoch entwickelten westlichen Welt dürfen wir durchaus blinde Flecken unterstellen, wie beispielsweise die noch immer anhaltenden Umweltzerstörungen.


Zusammenfassend können wir also ableiten, dass wir sehr stark durch die lebenslangen Wechselbeziehungen mit unserem Umfeld geprägt sind. Sollten uns durch diese Einflüsse Defizite (mit Defiziten sollen hier auch immer nicht ausgebildete positive Aspekte gemeint sein) entstehen, ist es sinnvoll an diesen zu arbeiten. Auf keinen Fall ist mit Defiziten eine Abweichung von irgendeiner Norm gemeint. Jeder Mensch ist einzigartig und darf und soll dies auch sein. Dennoch können bei uns durch äußere Einflüsse Ängste etc. entstehen, die sich mit der Zeit auch körperlich manifestieren können.


©iStockphoto.com/the-lightwriter


Es gibt viele Wege in unser Unterbewusstsein vorzudringen und dort heilend anzusetzen. So können wir beispielsweise die Meditationspraxis dazu nutzen, um immer tiefer in unseren Geist vorzudringen, dort verschüttete Impulse freizulegen und final aufzulösen. Bei dieser Praxis können wir jedoch kaum beeinflussen, was wir in diesem Moment gerade freilegen.

Eine andere Methode ist Yoga Nidra – der Yogische Schlaf. Eine Art leicht-hypnotischer Zustand, den wir nutzen können, um einen positiven Wunsch (Sankalpa) in unserem Unterbewusstsein zu verankern. Viele andere Sachen wie Mantras, Pranayamas, Mandalas, usw. können ähnliche Wirkungen entfalten. Bei der Auswahl ist für uns im ersten Schritt nur wichtig, dass wir uns mit der Methode identifizieren können.


Wen uns aber diese fernöstlichen Methoden weniger zusagen, gibt es auch ganz klassische Ansätze an uns zu arbeiten. Hierfür sollen einige Beispiele herangezogen werden, die auch in der Sozialpädagogik genutzt werden:

  • Jugendliche erkennen und verarbeiten Ihre Wut auf die Gesellschaft durch Musik

  • Menschen begegnen Ihrer Schüchternheit in Tanz oder Theater.

  • Ein Kind malt ein Bild über die Probleme seiner Familie


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